Stätten der Frömmigkeit

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Sant'Ambrogio di Torino (To)

Abbazia di Staffarda
Abbazia di Staffarda

Durch Val di Susa zog sich im Mittelalter die Frankenstraße, der wichtigste Weg nach Gallien. Heute leben in Novalesa, der Abtei, die Karl den Großen beherbergte, noch acht Benediktinermönche, die in ihrem Gästehaus den Reisenden geistlichen Beistand leisten, die als moderne Pilger hierher kommen. Ähnliches gilt für die Sacra di San Michele, dem Monument, das das Symbol von Piemonte ist, wo auch der weltlichste der Besucher sich der Heiligkeit ergibt, die diese dem Erzengel Michael geweihte Abtei durchdringt. Die an den Gipfel des Monte Pirchiriano am Eingang des Tals Valle di Susa geschmiegte Sacra wurde Ende des X. Jahrhunderts erbaut und ist heute das Wahrzeichen jenes mittelalterlichen Europas, das von einer Kultur durchdrungen war, die über die Grenzen der Feudalgebiete hinausging. Ebenfalls entlang der Frankenstraße trifft man auf ein weiteres Beispiel mittelalterlicher Architektur, die Abbazia di Sant’ Antonio di Ranverso. Hier widmeten sich die Antoniter der Heilung der „Pestilenzen“ jener Zeit, wie Lepra und Antoniusfeuer. Die heutige Kirche ist das Ergebnis der Restaurierung durch Alfredo D’ Andrade, der Mitte des zweiten Jahrzehnts des zwanzigsten Jahrhunderts versuchte, dem Gebäude das Aussehen zurück zu geben, das es im XV. Jahrhundert hatte. Die Abtei ist mit Fresken von Giacomo Jaquerio und ein Polyptychon von Defendente Ferrari geschmückt und umfasst auch das Kloster und das das Hospital.
Unter den zahlreichen romanischen Kirchen im Gebiet von Asti ist die bedeutendste die Abbazia di Santa Maria di Vezzolano, deren architektonische Suggestionen noch durch die Harmonie der umliegenden Landschaft hervorgehoben werden. Die mit Statuen und Kapitellen geschmückte Fassade aus Backsteinen und Sandstein ist mit dem Narthex verbunden, der besonderen Vorhalle, die sie zu einem perfekten Beispiel der Romanik macht. Eine weitere unverzichtbare Etappe unter den Stätten der Frömmigkeit ist die Abbazia di Santa Maria di Staffarda im Gebiet von Cuneo, an der Straße nach Cavour-Pinerolo. Der in der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts von den Zisterziensern gegründete Abteikomplex umfasst die Kirche mit dem eleganten Säulen- Kreuzgang, die Klostergebäude und die neun angrenzenden Meierhöfe.
Unsere Reise endet bei den sieben Sacri Monti (heiligen Bergen) von Piemonte - Belmonte, Crea, Domodossola, Ghiffa, Oropa, Orta und Varallo Sesia – die von dem historischen, künstlerischen, naturalistischen und geistigen Reichtum dieser Orte zeugen.
Es handelt sich um architektonische und landschaftliche Komplexe religiösen Charakters, die aus einem Andachtsweg mit Stationen, Kapellen oder kleinen Feldkirchen bestehen, deren krönenden Abschluss eine Wallfahrtskirche bildet. Die religiösen Themen, die den Weg der Pilger inspirieren, sind verschieden: das Leben Christi, der Kreuzweg, das Leben der Jungfrau Maria, das Leben der Heiligen wie Franziskus, die Rosenkranzmysterien. Schmuckstücke des Kultus, denen es gelingt, Kultur und Wege des Glaubens miteinander zu verbinden, und die gleichzeitig die Etappen eines Wegs durch die Geschichte, die Natur und die Weinbau- und Gastronomietraditionen bilden.

Datum letzte Aktualisierung: 12/01/2010

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