Forte di Gavi

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Via al Forte, 14 - 15066 Gavi (Al)

Forte di Gavi
Forte di Gavi

Die mächtige Befestigungsanlage, die man auf dem Felsgipfel von Gavi bewundern kann, ist das Ergebnis von Jahrhunderten Geschichte, militärischer Entwicklung und Verteidigungsbedürfnissen, die von Mal zu Mal unterschiedlich geartet waren. Die strategische Position des Ortes lässt das Bestehen einer Burg bereits in vorrömischer oder sicherer noch in römischer Zeit vermuten. Im Mittelalter zeigt sich die Burg durch zwei Türme mit trapezförmigem Grundriss geschmückt und mit hohen Mauern, die sie durch die damaligen Kriegsmittel unverletzbar machten. Ihr erster tiefgreifender Umbau geht auf die Zeit der Belagerung von 1625 zurück, als das französische und savoyische Heer zum ersten Mal Artillerie einsetzt und so allen klar wurde, dass ein Eingriff zur Verstärkung und Modernisierung erforderlich ist. Damit wird einer der größten damaligen Experten für Militärbauten, Vincenzo da Fiorenzuola, beauftragt, der sich dann der Zusammenarbeit des Architekten Bartolomeo Bianco bedient. Unter beider Leitung nimmt die Burg im Laufe weniger Jahre die Form der heutigen Festungsanlage an. Die ursprüngliche Burg wird abgesenkt und in den Hauptturm der Festung umgewandelt, es werden sechs uneinnehmbare Bastionen errichtet, die untereinander durch robuste Kurtinen mit Schießscharten verbunden sind, und im unteren Teil des Baus entsteht die Cittadella (Zitadelle) mit Schlafsälen, Küchen, Wasserzisternen, Gefängniszellen und Stallungen. Anschließend zwischen Ende des 17. Jhs. und Anfang des 18. Jhs. wird auch der Monte Moro befestigt. Mit diesen Merkmalen kann die Festungsanlage beachtliche Garnisonen aufnehmen und ist mehr als denn je ein uneinnehmbarer Verteidigungsort. Die letzte Schlacht, bei der die Festung Schauplatz ist, geht auf die Zeit Napoleons zurück, als sie das einzige französische Bollwerk in Italien bleibt, das sich nicht den österreichisch-russischen Truppen vor dem Sieg Napoleons bei Marengo am 14. Juni 1800 ergibt. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. vollständig abgerüstet, wird die Festung ein ziviles Gefängnis und bleibt es bis zum Beginn des anschließenden Jahrhunderts. Während der beiden Weltkriege hingegen wird sie als Kriegsgefangenenlager benutzt. Heute untersteht sie dem Landesdenkmals- und Landschaftsschutzamt des Piemonts und ist weiterhin Gegenstand von Forschungs- und Sanierungsarbeiten.

Datum letzte Aktualisierung: 15/04/2010