Lust auf Sonne, Lust auf Gärten
Agliè, Arona, Belgirate, Cherasco, Nichelino, Orta San Giulio, Ovada, Pomaro Monferrato, Racconigi, Saluzzo, San Salvatore Monferrato, Stresa, Terruggia, Torino, Venaria Reale, Verbania
Verbania (Vb)

Wie Lucio Battisti sang “I giardini di marzo si vestono di nuovi colori e le giovani donne in quel mese vivono nuovi amori... (im März kleiden sich die Gärten in neue Farben und die jungen Frauen erleben in diesem Monat eine neue Liebe.. ) nimmt die Welt mit dem Eintreffen der Schönwetterzeit ein neues Gesicht an und verleiht nach dem langen, schläfrigen Winter wieder Energie, Frohsinn und Lust, nach draußen zu gehen. Denjenigen, die gerne im Grünen weilen und anhand der Natur die Geschichte erforschen wollen, bietet Piemonte zahlreiche Möglichkeiten. Paolo Pejrone, der international bekannte Historiker und Gartenarchitekt meint „im Garten ist man nie allein und langweilt sich nur schwerlich“ und damit hat er recht.
Die Fans des grünen Tourismus kommen beim Durchforschen des Gebiets auf der Suche nach Naturschätzen, üppigen Pflanzen und außerordentlichem Blumenreichtum voll auf ihre Kosten. In Piemonte gruppieren sich die Gärten in drei verschiedenen geografischen Gebieten. Das erste ist an die Familia Savoia und an den Geschmack am Garten als „Szenerie“ für die Freizeit bei Hof gebunden. Später, um das 17.-18. Jahrhundert, entstanden unter dem Einfluss des Herzogtums von Genua die schönen Gärten des Gebiets um Alessandria, wie beispielsweise der Garten von Villa Genova. Und schließlich wurden, als der Lago Maggiore und der Orta- See zwischen 1850 und 1920 zum Zielpunkt des internationalen Tourismus wurden, insbesondere im Gebiet Verbano und Cusio zahlreiche Villen mit entsprechenden Grünanlagen gebaut, wo dank des außerordentlich günstigen Mikroklimas zahlreiche Pflanzen sowie seltene und exotische Blumen angesiedelt werden konnten.
Die historischen Gärten bilden häufig den Rahmen der Schlösser und der königlichen Residenzen. Man denke in Torino nur an den Garten von Palazzo Reale , von Villa La Tesoriera oder auch den von Villa Abegg , ehemals Vigna di Madama Reale (Weinberg der Königin), genau am Fuß des Hügels. Aber auch außerhalb der ehemaligen Hauptstadt gibt es zahlreiche historische Gärten. An erster Stelle die der Savoia- Residenzen: der Park der Palazzina di Caccia in Stupinigi, der des Schlosses von Agliè , der des Schlosses von Racconigi und schließlich, als „New entry“ die herrlichen Gärten der Reggia di Venaria , wo man neben dem von Giuseppe Penone und Paolo Pejrone entworfenen, ein wenig dem „Zen“ nachgebildeten Garten ab Ende April über 120 neue Bäume bewundern kann, worunter Eiben, Ahornbäume, Liquidambar und Leierbäume. Außer der Runde der Savoia- Residenzen – die sich vorwiegend im Gebiet von Torino und Cuneo befinden – können Naturliebhaber aber auch eine interessante Route im Gebiet von Alessandria organisieren, wo sich der Seerosenteich des “Castello di Pomaro”, der “Rosengarten” von Terruggia mit unterschiedlichsten Arten von Zedern und Steineichen, die Riesen- Sequoien und die herrliche Kahle Zypresse des Parks der Villa Gabrieli in Ovada, der erst in jüngster Zeit in die Liste der historischen Gärten von botanischem Interesse aufgenommen wurde.
Das Seengebiet verdient gesonderte Aufmerksamkeit. Die Seen sind Orte von unvergleichlicher Faszination, besonders für ausländische Touristen, und ziehen von jeher die Blumenliebhaber an. Besondere Beachtung verdient der Garten von Villa Motta in Orta, der das ganze Jahr über in Blüte steht und wo sich Rosen, Winter- und Frühlingskamelien und Rhododendren abwechseln. In Arona stehen die Koniferen- Sammlungen des Garten der Villa Ponti im Vordergrund, aber auch die Parks von Villa Pallavicino und Villa Ducale in Stresa oder auch der englische Garten von Villa Fontana in Belgirate oder die Gärten von Villa Taranto in Verbania.
Zu den “historischen Gärten von botanischem Interesse” sind in jüngerer Zeit auch der Garten der Kirche San Pietro in Cherasco und der Park der Villa del Belvedere in Saluzzo hinzugekommen, wahre „grüne Schmuckstücke“.
Datum letzte Aktualisierung: 15/06/2012






